Verhaltensempfehlungen bei Hitzeperioden
In der Schweiz werden zunehmend Hitzetage und Hitzeperioden registriert. Eine weitere Zunahme ist wahrscheinlich. Hitze kann unser Wohlbefinden beeinträchtigen und unsere Gesundheit gefährden. Deshalb ist es wichtig, sich bei Hitzetagen und Hitzewellen angepasst zu verhalten. Erhöhte Temperaturen führen zu einer verminderten Leistungsfähigkeit und erhöhen die Fehler- und Unfallquote.
Was gilt als Hitze im Arbeitskontext?
Als Hitzetag gilt ein Tag mit Höchsttemperaturen über 30°C (z. B. MeteoSchweiz Station Zürich/Fluntern). Von einer Hitzewelle (Warnstufe 3) spricht man, wenn während mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen eine Tagesmitteltemperatur von 25°C oder höher erreicht wird. Welche Massnahmen am Arbeitsplatz zu treffen sind, hängt von der Raumtemperatur ab.
- bis 28°C: in der Regel gut tolerierbar
- ab 29°C: erste Massnahmen erforderlich
- ab 33°C (stehende Tätigkeit) bzw. 35°C (sitzende Tätigkeit): weitergehende Massnahmen prüfen
Risikogruppen
Folgende Personen sind bei Hitze besonders gefährdet:
- Schwangere und stillende Frauen
- Mitarbeitende mit chronischen Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungen- oder Nierenerkrankungen, Diabetes sowie Übergewicht)
- Mitarbeitende, die eine anstrengende körperlichen Arbeit leisten
- Jugendliche < 18 Jahren sowie ältere Personen
Treffen mehrere Faktoren zu, erhöht sich das Risiko. Gefährdete Personen sollen die notwendigen individuellen Massnahmen mit ihrem behandelnden Arzt/ihrer behandelnden Ärztin abklären und diese bei Bedarf mittels Arztzeugnis der vorgesetzten Person mitteilen.
Symptome und Erste Hilfe bei Hitzestress
Hitze bedeutet Stress für unseren Körper. Durch starkes Schwitzen kommt es zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten, gleichzeitig wird das Herz-Kreislaufsystem belastet.
Mögliche Symptome
- Schwäche und Müdigkeit sowie Verwirrtheit, Schwindel und Bewusstseinsstörungen
- Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe
- Trockener Mund, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Hohe Körpertemperatur, starkes Schwitzen und erhöhter Puls
Erste Hilfe
- Einen kühlen Ort aufsuchen
- Den Körper kühlen (z. B. mit feuchten Tüchern)
- Ausreichend trinken (Wasser oder elektrolythaltige Getränke, wie z. B. verdünnter Apfelsaft oder Sportgetränk)
Bestehen die Beschwerden weiter, suchen Sie ärztlichen Rat (Ärztefon Kanton Zürich: 0800 33 66 55). Wenn Sie diese Symptome am Arbeitsplatz erleben, benachrichtigen Sie Ihre vorgesetzte Person, bevor Sie den Arbeitsplatz temporär verlassen, und erneut, wenn Sie an den Arbeitsplatz zurückgekehrt sind. Im Notfall alarmieren Sie die Betriebssanität UZH.
Wie können Sie sich im Innenbereich schützen
Organisatorische Massnahmen
- Nachtabkühlung für Räume nutzen: In den frühen Morgenstunden gut durchlüften (z. B. durch Arbeitskolleginnen und -kollegen mit frühem Arbeitsbeginn Fenster öffnen lassen)
- Sonneneinstrahlung in den Raum verhindern: Storen und Jalousien schliessen
- Fenster bei Hitze geschlossen halten, insbesondere bei geschlossenen Rollläden (Hitze aussperren).
- Nach Möglichkeit leichtere Bekleidung aus Naturfasern wie Baumwolle und Leinen wählen
- Genügend Flüssigkeit trinken (z. B. Wasser, ungesüssten Tee) und leichte Mahlzeiten einnehmen
- In Abstimmung mit der vorgesetzten Person früher mit der Arbeit beginnen und längere Mittagspause einplanen, soweit dies betrieblich möglich ist
- Pausen an kühleren Orten verbringen
- An einem anderen, kühleren Arbeitsort arbeiten (z. B. anderes Hochschulgebäude/-standort, Seminarraum)
Technische Massnahmen
Einige technische Massnahmen lassen sich verhältnismässig einfach umsetzen.
- Reduktion von Wärmequellen (Ausschalten von Geräten)
- Aufstellen von Ventilatoren
Bitte besprechen Sie diese Massnahme mit der vorgesetzten Person. Bei der Beschaffung von Ventilatoren ist auf die Energieeffizienz und einen möglichst geräuscharmen Betrieb zu achten.
Was tun als vorgesetzte Person
Mutterschutz
Schwangere und stillende Frauen müssen besonders geschützt werden. Arbeiten bei Raumtemperatur über 28°C gelten für Schwangere und stillende Frauen als beschwerlich oder sogar gefährlich. Dies bedeutet nicht, dass jede kurzfristige Exposition akut gefährlich ist, jedoch besteht ein erhöhtes Risiko für Kreislaufbelastung, Dehydratation und Hitzestress. Daher ist ein Wechsel in kühlere Büroräumlichkeiten, Homeoffice, flexible Arbeitszeiten und Kompensation von Gleitzeit zu ermöglichen. Andernfalls ist eine Risikobeurteilung durch die Arbeitsmedizin UZH durchzuführen (arbeitsmedizin@hin.uzh.ch).
Massnahmen bei Arbeiten im Freien
- Getränke zur Verfügung stellen
- Persönliche Schutzausrüstung (Sonnenschutz und Sonnencreme) bereitstellen
- Angepasste Kleidung (bedeckend, aber nicht warm)
- Häufigere Pausen an schattigen oder kühleren Orten